Kindertrainingslager Mai 2016

Ganz nach dem Motto „Die Laura geht herum, wer sich umdreht oder lacht  …  … …“ ging es am Freitagnachmittag bei bedecktem Himmel los in den dunklen Pfälzer Wald. Der Wetterbericht war nicht rosig, denn die Eisheiligen standen vor der Tür!

Unsewe Autos waren wie immer vollgepackt mit gutem Essen und viel Gepäck…und natürlich den gefährlichen Ninjas in Ausbildung. Insgesamt hatten es 18 Kämpfer gewagt, sich der Herausforderung zu stellen.

Challenge Nummer 1 war es, den Stau auf der Hinfahrt zu überstehen. Dies schafften eigentlich alle, auch wenn Louisa und Shirani von dem verführerischen Süßigkeitenlager in ihrer Mitte fast in den Wahnsinn getrieben wurden. Doch so groß die Versuchung auch war, nichts wurde genascht und damit war schon eine gute Grundlage gelegt worden für die legendäre Schnuggelparty am letzten Abend auf den Schlafzimmern.

Nachdem auch die letzten vor dem Abendessen gelernt hatten, wie man ein Bett bezieht und seinen Schrank aufräumt war es schon sehr spät. Es folgte das Abendessen und ab ging es ins Bett.

 

Dementsprechend waren alle Kinder frisch und munter zum ersten Morgentraining am Samstag. Dies war auch gut so, denn sonst hätten sie es wohl kaum geschafft, Lauras Monsterfaust auszuweichen, mit der sie uns bei der Erwärmung eingeheizt hatte. Samstags wurde insgesamt dreimal trainiert und dabei wurde so einiges Neues gelernt. Während ein Teil der Kinder Taikyoku Nidan lernte oder vertiefte, studierte der Rest die Kata Heian Godan.

Schritt für Schritt wurden wir von Udo an die fortgeschrittene Kata herangeführt und schließlich hatten wir den kompletten Bewegungsablauf eingeübt. Es herrschte hohe Konzentration bei allen Beteiligten und immer wieder wurden korrigiert und motiviert. Besonders der Sprung und die vielen neuen Haltungen haben es in sich, welhalb es für uns ein anstrengendes Training war. Das Highlight des Trainings war aber dann, als Udo uns das Bunkai der Heian Godan vorgeführt hat und schließlich Laura das fliegen gelehrt hat! Das gab gute Fotos und hinterließ staunende Gesichter und wurde mit OHH und AHH`s bedacht. Davon angespornt wurde intensiv und fleißig weitertrainiert, bis wir gegen Abend als Gruppe den Ablauf sicherer beherrschten. Groß war die Begeisterung bei den Kids über die geleistete Arbeit und das erworbene Können!

 

Zum Glück war das Wetter viel besser, als angekündigt und es stand dem zum Abendessen angesetzten Grillen nichts im Wege.  Während Udo gegrillt hat, haben die Kinder ihren eigenen Hasen gebraten (Hasenbraten war der Name für Schweinchen in der Mitte) und sich noch vollständig ausgepowert. Anscheinend hat sich Kian so sehr ausgepowert, dass er es sogar wagte die leckeren Bauchlappen zu probieren und schließlich für sich zu entdecken (Fuchswurst ade).

Deutlich müder standen alle am Sonntagmorgen um 7 wieder auf der Waldlichtung zum Training. Dieses Mal wurden Fußtritte geübt. Neben Mae Geri, Yoko Geri und Mawashi Geri übten wir sogar den Fußtritt nach hinten, Ushiro Geri. Bei so fortgeschrittenen Kindern  – kein Problem! Beim dem intensiven Training musste keiner frieren, obwohl wir nur 3° Celsius auf unserer Trainingswiese hatten. Die Eisheiligen hatten wohl auch mit trainiert.

Zwar hatte sich der Satz „18, fehlt nix!“ beim durchzählen mittlerweile zu „18, Felix fehlt, macht nix!“ gewandelt, aber trotzdem versuchten mich alle zusammen vom Boden hochzubekommen, nachdem ich da scheinbar festgewachsen war. Dank der starken Kinder habe ich jetzt zwar Gummiarme aber immerhin wurde ich nicht zurückgelassen…Puuh.

Die Wanderung sonntags führte uns durch den Wald zu einer schönen Wiese mit einer alten Rasthütte. Hier haben wir Pause gemacht und uns gestärkt. Die Kinder nutzten anschließend die Gelegenheit um Verstecken zu spielen und später führten wir alle nochmal unsere Kata vor, die wir zuvor in den Trainingen gelernt hatten. Auf dem Rückweg gab es dann noch eine kleine Schlammschlacht und den ein oder anderen nassen Fuß. Am Ende hatte sogar Shirani eine dreckige Hose und dazu jede Menge Spaß.

Nun brach schon der letzte Tag an und wir übten morgens nochmal unsere neuen Katas. Als Abschluss spielten wir unter anderem Verstecken im Wald und hatten nochmal richtig Spaß.

Für mich persönlich war es das erste Trainingslager, in dem ich als Übungsleiter mitgefahren bin und dies war eine ganz neue Erfahrung für mich. Noch unerfahren und nicht sonderlich weit fortgeschritten im Karate war ich für die Kinder eine gute Gelegenheit für die ein oder anderen Faxen und Späße. Da Durchsetzungsvermögen scheinbar nicht meine größte Stärke ist, hatte ich bald viele neue Freunde, die bei der Wanderung Sonntags z.B. nicht von meinen Armen weichen wollten. Außerdem übte ich mich darin, eine Katagruppe als Übungsleiter anzuleiten und auch mal zu korrigieren. Dass bei einem Übungsleiter eine ganz andere Art des Lernens auf der Persönlichkeitsebene stattfindet durfte ich dieses Wochenende selbst erfahren und es war sehr interessant und hat Spaß gemacht. Ich habe z.B. den Arbeitsumfang und die Verantwortung unterschätzt, da man eigentlich nie Pause hat, wenn man sich nicht gut abspricht und als Übungsleiter gegenseitig unterstützt. Und das körperliche Training kommt auf jeden Fall auch nicht zu kurz, wenn man bedenkt dass eine Gruppe von 12 kleinen Kindern gefühlt einen halben Berghang bei dessen Erkletterung abtragen kann…So viel Energie wie die Kinder hatten muss man als Übungsleiter letztendlich auch aufweisen um seiner Aufgabe nachzukommen und dazu ist meine Kreativität ständig gefragt gewesen.

 

Insgesamt war es ein sehr lustiges Wochenende und hat mir viel Spaß gemacht.

 

Liebe Grüße Felix